Hitzebelastung

Hitzebelastung in Gebäuden: Ursachen und Bewertung

Thermometer zeigt 41 Grad Celsius während einer Hitzewelle
Hochtemperatur bei einer Hitzewelle. Quelle: Wikimedia Commons, CC BY-SA

Sommerlicher Wärmeschutz als Planungsaufgabe

Die Überhitzung von Innenräumen während der Sommermonate stellt eine zunehmende Herausforderung für Gebäudeplaner und -nutzer dar. In Deutschland sind die energetischen Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz im Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Verbindung mit der DIN 4108-2 geregelt.

Ziel der Norm ist es, eine übermäßige Erwärmung der Räume im Sommer zu vermeiden – ohne aktive Kühltechnik. Dies dient sowohl der Nutzungsbehaglichkeit als auch der Energieeffizienz.

Ursachen der Überhitzung

Die wichtigsten Faktoren, die zur Überhitzung von Gebäuden beitragen, sind:

  • Solare Einstrahlung durch verglaste Flächen: Fenster und Glasfassaden lassen Sonnenlicht in den Raum, das sich in Wärme umwandelt (solarer Wärmeeintrag).
  • Orientierung und Neigung der Fenster: Südwestlich ausgerichtete Fenster sind im Nachmittag besonders belastet. Flach geneigte Dachfenster können in den Sommermonaten hohe Solarlasten erzeugen.
  • Urbaner Wärmeinseleffekt: In dicht bebauten Städten können Oberflächen und Gebäude Wärme speichern und nachts abstrahlen, was die Nachtlüftung erschwert.
  • Geringe thermische Masse: Leichtbaukonstruktionen mit geringer Speicherwirkung erwärmen sich schnell und sind weniger in der Lage, Temperaturspitzen abzupuffern.

Bewertung nach DIN 4108-2 und GEG

Die DIN 4108-2 definiert einen sogenannten Sonneneintragskennwert (S), der den solaren Wärmeeintrag über die transparenten Bauteile eines Gebäudes beschreibt. Für verschiedene Gebäudetypen und Klimazonen werden Höchstwerte (Szul) festgelegt.

Wird der Sonneneintragskennwert überschritten, sind bauliche oder technische Maßnahmen erforderlich. Dazu zählen Sonnenschutzsysteme, aber auch die Anpassung der Fenstergröße oder die Wahl geeigneter Verglasung.

Klimazonen in Deutschland

Deutschland ist in drei Klimaregionen unterteilt (A, B, C), die sich in Bezug auf Solarstrahlung und Temperaturen unterscheiden. Die Zuordnung beeinflusst die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz. Klimazone C (z.B. Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung) hat die strengsten Anforderungen.

Gesundheitliche Aspekte

Hohe Innenraumtemperaturen können insbesondere für ältere Menschen, Kleinkinder und Personen mit bestimmten Erkrankungen eine gesundheitliche Belastung darstellen. Das Robert Koch-Institut und das Umweltbundesamt haben entsprechende Hinweisdokumente veröffentlicht. Das Umweltbundesamt (UBA) stellt dazu aktuelle Informationen bereit.

Weiterführende Informationen

DIN 4108-2 und GEG: Deutsches Institut für Normung (DIN) und Gesetze im Internet – GEG

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